(28.03.2026)
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Wiebke (morgen drei), weint immer im Kindergarten und schmeißt alles
rum. Mit ihrem Gips kann sie nichts richtig machen und sitzt dann immer
heulend in der Ecke rum. So kann es natürlich nicht gehen und ich holte
sie raus. Jetzt muss sie bei mir die Zeit verbringen, bis der Gips
wieder ab ist. Hab aber eine gute Babysitterin, wenn Sophie oder Lukas
gerade mal nicht können. Oder die Zwillinge und so. Weil sie raus wollte, aber nicht laufen wollte, fuhr ich (Laura, 17) mit dem Rad los. Sie setzte sich in den Anhänger und sang irgendwelche Lieder, die sie aus dem Kindergarten kennt. Ich fand es süß und grinste immer. Wir fuhren durch den Wald und ich quälte mich. Mit Beinprothese ist das auch nicht so einfach, wenn noch ein Anhänger am Fahrrad ist. Auf Straßen okay, aber im Wald? Ich schwimme da lieber mit, hö! Irgendwann schrie sie und ich drehte mich um. "Was machst du denn?", rief ich ihr zu, weil sie hatte das Verdeck nach hinten rausgeworfen und es flatterte nun. Als ich wieder nach vorne sah, schrie ich. Ich raste auf den Teich zu und konnte weder bremsen noch ausweichen. "Scheiße!", rief ich laut und fuhr genau rein. Der Vorderreifen tauchte ab und ich versuchte schnell abzusteigen. Da mein Prothesenfuß aber eine Schnalle hat, ging das nicht so schnell. Ich hielt die Bremse fest und stolperte halb vom Rad. Meine Stiefel liefen voll Wasser und meine Lederhose war bis über die Knie nass. "Oh man Hilfe!", lachte ich halb und hätte heulen können. Der Grund war schmierig und ich konnte kaum stehen. Langsam rutschte ich weg und versuchte mich irgendwo festzuhalten. Da wurden auch meine Arme nass und ich meckerte leicht. "Klettere raus!", rief ich zu Wiebke. Sie weinte aber und guckte mich ängstlich an. Meine Jacke wurde unten nass und ich kroch aus dem kalten Wasser. Endlich draußen, zog ich Wiebke aus dem Anhänger und lief mit ihr nach Hause. War schon weit von da und ich fror. Mama guckte mich an, grinste und sagte: "Ich kauf dir nichts neues mehr!" Ich: "Ach, sehr witzig, mein Fahrrad steht im Teich, mit Anhänger!" Mama: "Abgeschlossen?" Ich: "Sehr witzig, wo dran denn, am Wasser?" Sie lachte und rief Lukas (15) runter. Sie bzw. ich erzählte ihm was los ist und er so: "Ich hol!" Er verschwand nach oben und wenig später raste er zu Fuß mit Sophie (15) davon. Ich zog mich schnell um und Wiebke spielte mit Mama. Eine Stunde später kamen Sophie und Lukas zurück und grinsten voll breit. "Was passiert?", fragte ich. Er: "Könnten wir dich auch fragen. Hast vergessen dass alles im Wasser stand?" - "Nee, nur mein Rad vorne!" "Der Anhänger war halb drin!", lachte Sophie und rannte rauf. "Ihr seid doch trocken!", bemerkte ich und fragte, wie sie es denn geschafft haben. Er: "Mit viel Kraft und vier Händen!" Naja, mein Rad ist wieder zuhause und der Anhänger auch, dachte ich mir und ging raus. "Na toll!", knurrte ich, weil der Reifen vorne Platt war und der Anhänger dreckig und voll mit Blättern und so. Lukas: "Soll ich abspülen?" - "Ja mach mal!" Das machte er auch und zwar auf der Wiese hinten weiter. Er schob das Rad samt Anhänger hin und spritzte alles mit dem Gartenschlauch sauber. Dann ließ er einfach alles stehen und liegen und meinte, dass er noch was anderes machen muss. "Trocknet an der Luft!", sagte er beim vorbeigehen und ich so: "Jub!" Grinsend ging ich rein und setzte mich zu Wiebke auf den Boden. Sie baute einen Turm aus Klötzen. Sah mir eher aus als würde sie eine Burg bauen wollen. |