Plötzlicher Regenguss

(25.03.2026)

Seit ca. drei Wochen haben wir neue Nachbarn in der Straße und wir freundeten uns mit ihnen an. Heute sind wir ein wenig durch die Straßen bei uns und auch durch die Fußgängerzone. Wir quatschten viel und machten Witze. Dann zog sich der Himmel zu und es goss wie aus Eimern.

Wir suchten schnell was zum unterstellen und Julian (14) so: "Ach das bisschen Regen, dass macht doch nichts!" Eslem und Melody (beide 17) guckten mich (Laura, 17) komisch an. Ich: "Stimmt, was schadet der uns schon?" Ohne Anmeldung schoss Julian zu einer kleinen Kneipe rüber, wo Tische im freien an der Wand standen. Er legte sich einfach drauf und ließ sich nassregnen. Seine Adidas Jacke glänzte im Nu, wie auch seine Jeanshose. Wir lachten voll und fragten was er da macht. Er: "Wieso, was denn, müsst ihr auch mal machen, ich mag das voll!" Wir kicherten weiter und er so: "Fast so als würde ich auf einer Luftmatratze liegen!" Seine kleine Schwester Hannah (11) zu ihm: "Spinnst du? Halt die Klappe man!" Seine große Schwester Willow (16): "Der spinnt wieder!"

Etwas weiter stellten wir uns irgendwo drunter und Julian blieb alleine da liegen. "Mag er nasse Klamotten?", fragte ich die beiden. Leicht errötet und sehr leise, sagte Willow: "Mögen wir alle!" Essi: "Echt, dann müsst ihr unbedingt mal zu Laura kommen! Wir nämlich auch alle!" Hannah rannte gleich zu ihrem Bruder und holte ihn zu uns. "Hä, was?", fragte er neugierig und: "Ihr geht auch mit Sachen duschen?" Melo: "Nicht nur das, Laura hat ein Pool!" Alle drei: "Was? Echt?" Ich grinste und fragte: "Wollen wir rein?" Die Mädels bekamen große Augen und Julian so: "Klar, immer!" Ich: "Na dann!", und strahlte. Seine große Schwester meinte dann, dass das nicht geht, weil sie noch am Abend zur Tante müssen. Essi: "Bis dahin ist er fertig mit schwimmen und wieder zuhause!" Er: "Genau!"

Auf dem Weg zu mir, fragte ich ihn nochmal, ob er das gerne macht und er immer: "Klar, aber nie ohne Schuhe!" "Ich auch nicht, hab auch immer welche, egal wo!", strahlte ich. Bis zu mir hatten wir also ein Thema und seine Schwestern schüttelten immer den Kopf. Die beiden gingen nach Hause und Julian mit zu mir. Er fror leicht und ich so: "Kannst vorher noch Duschen, dann wird dir warm!" Er: "Quatsch, ich schwimm mich lieber warm!" Mit dem Wort: "Okay!", schloss ich die Tür auf und ging rein. Essi knipste das Licht an und er so: "Ich werd bekloppt!" und: "Ist der warm?" Ich: "Ist der immer, naja meistens!" Er: "Egal, ich schwimm mich warm!", und sprang wie er war einfach rein. Mit Unterwäsche, Strümpfe, Jeanshose, Sneaker, Pullover und seiner blauen Adidas Daunenjacke. Er schwamm gleich drauf los und sagte immer: "Boah ist das Krass!" Ich sprang dann auch einfach rein, mit Unterwäsche, Jeanshose, Pullover, Stiefel und meiner silber Steppjacke. Er: "Krass, du machst das ja wirklich!", und strahlte mich an. Zusammen schwammen wir kurz um die Wette und stellten uns am Rand hin. Ich forderte meine Mädels auf mit reinzukommen, aber sie wollten es nicht.

Tropfnass standen Julian und ich kurz darauf im Wäscheraum und er bekam sein Mund nicht mehr zu. "Wie viele seit ihr? Geht ihr auch mit Schulranzen in Pool?" Es hingen ein paar auf der Leine und wegen der vier Waschmaschinen fragte er mich das. Ich: "Klar, willst sehen?" Seine Augen weiteten sich und sein Mund ging noch weiter auf. Ich setzte mir mein roten McNeill auf und hüpfte in Pool. Kurz schwamm ich und er so: "Verrückt!" Naja, Essi half mir wieder raus und dann zogen Julian und ich uns um. Er bekam Sachen von Lukas und Sverre. Seine nassen steckte ich in Trockner. Die Daunenjacke in ein zweiten Trockner, mussten ja Bälle mit rein. Ehrlich gesagt, sah seine Jacke nicht mehr so schön aus. Er muss schon öfters mit schwimmen oder so gewesen sein.

Wir spielten Billard bis seine Sachen trocken waren. Fix und fertig umgezogen, stand er vor uns und fragte, ob er öfters zum schwimmen vorbei kommen kann. "Besser nicht so oft!", sagte ich und verabschiedete ihn. Meine Mädels gingen dann auch und ich bin ab nach oben in mein Zimmer. Wiebke (bald 3) guckte mich traurig mit ihrem Gips-Arm an und zeigte mir ein Bild. "Och Mensch, kannst gar nicht mehr so schön malen!" Sie: "Nee!", und fing an zu weinen. "Das kommt alles wieder. Der Gips kommt bald wieder ab und dann geht alles wieder!", sagte ich ihr und sie strahlte ein wenig. "Dauert aber noch, hat Oma gesagt!", sagte sie leise und setzte sich zu mir aufs Sofa. Ich knuddelte sie und guckte mit ihr fern.

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