Hörspiel im Turmzimmer gehört /
Gruseliger Gang mit Zimmer
(01.10.2025)
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Am Abend hieß es, dass die Kirche heute ausfällt. "Hö!", kam da von mir
(Laura, 16) und Sophie (15), weil wir uns schon umgezogen hatten. Sophie
kaute die ganze Zeit auf irgendwas rum, schnalzte und sagte: "Dann geh
ich in Turmzimmer, Hörspiel hören!" Ich: "Im Turmzimmer?" Sie: "Ja, Papa
hat gesagt dass es dort Gruselig sein soll!" Mama: "Dann solltest du
aber kein Bibi Blocksberg hören!" Ich: "Genau, sonst kommt noch die Hexe
vom Dach runter!" Mama lachte und sagte, dass sie eigentlich was anderes
meinte. Sie schlug ihr noch vor, sich ein Horror-Hörspiel reinzupfeifen.
Zähneknirschend ging Sophie und ich folgte ihr. "Was willst du?", fragte
sie mich etwas sauer und ich so: "Hab dir nichts getan!" Sie ging still
weiter und fragte mich dann, etwas leise: "Hast noch ein Horror da?"
Ich: "Willst unbedingt ins Turmzimmer, was?!" Sie: "Kommst mit?" Ich:
"Ach, hast Angst?" Sie: "Nö, aber alleine macht es kein Spaß!" Mit einem Hörspiel von Larry Brent gingen wir ins Turmzimmer und setzten uns in die Mitte auf zwei Schaukelstühle. Das Licht war ganz schön dunkel und ich suchte nach weiterem Licht. Sie: "Ist so dunkel hier, hat Papa gemacht!" Ohne was zu sagen, aber mit Augenbrauen hoch, setzte ich mich wieder und guckte mich um. Sie legte die CD in Player, der unter einem Glasdeckel stand und drückte den Startknopf. Die zwei kleinen Schränke, der Tisch und die Stühle, wie auch der Boden waren mit Plexiglas bedeckt bzw. beklebt und ich fragte mich, was das soll. Da hätte man doch auch gleich Plastikmöbel hinstellen können. An der Wand hingen voll die alten Bilder mit Schiffen, Kutter und anderen Dingen. Das Hörspiel lief, wir rauchten und hörten etwas ängstlich zu. Dann fiel mir ein Schalter neben der Tür auf. Ich: "Was das denn da?" Sie: "Ein Lichtschalter?" Ich: "Nee, neben der Tür da!" Sie: "Ja, ein Lichtschalter!" Ich: "Nee, der andere da, auf der anderen Seite!" Sie drehte leicht ihren Kopf und dann so: "Hä, was das denn?" Sah aus wie ein Lichtschalter als ganz alten Zeiten. Groß, schwarz und zum drehen. Hab sowas mal bei mein alten Großeltern gesehen und in dem alten Haus im Keller gab es auch solche. Wir standen auf und gingen hin. "Gibt es hier doch noch ein anderes Licht?", fragte ich und drehte den Schalter. "Hm, da passiert ja nichts!", sagte sie und schrie dann plötzlich. Von oben kam Regen runter und machte uns voll nass. Ich schrie auch auf und guckte nach oben. Der Regen prasselte auf meine Brille und Sophie so: "Wo ist meine Regenjacke?" Ich: "Keine da, musst holen!" Ich drehte den Knopf zurück und wenig später hörte es auf zu regnen. Kurz erholten wir uns und dann schrien wir beide, wegen dem Hörspiel. "Menno!", schrie Sophie und ich so: "Kann ich nichts für!" "Boah Scheiße man!", meckerte sie. Wir setzten uns in die nassen Stühle und lauschten weiter dem Hörspiel. Es plätscherte plötzlich und ich guckte nach oben. Sie: "Bin ich, pinkel grad!" Ich guckte an ihr runter und unter den Stuhl. "Ferkel!", kam da von mir und sie so: "Hab eh eine nasse Hose an, vom Stuhl!" Da hatte sie natürlich Recht. Irgendwie bewegte sie sich dann ständig hin und her. Weil es mich nervte, fragte ich was das soll. "Meine Binde klemmt!", knurrte sie und ich lachte. Als das Hörspiel zu ende war, rauchten wir beide eine und sahen uns still an. "Bock auf Musik und tanzen im Regen?" Sie: "Au ja, ich hol meine Regenjacke!" Das machte ich dann auch und wir trafen uns wieder im Turmzimmer oben. Sie machte Techno an und ich drehte den Schalter. Es regnete wieder schön und wir tanzten im Kreis, nachdem wir uns an die Hände genommen hatten. Unsere Pumps peitschten das Wasser vom Boden weg und unsere Röcke tropften irgendwann gut, wie auch unsere Friesennerze. Das Wasser tropfte irgendwann auch von unseren Brillen, von der Nase und vom Kinn. Wir lachten und wunderten uns, warum die Musik noch lief und der Strom nicht aus ist. "Deswegen wohl das ganze Glas überall!", sagte ich laut und sie so: "Da, da ist ein Abfluss!" und zeigte in eine Ecke. Da floss wirklich das Wasser ab und verschwand in der zweiten Wand. Wir kümmerten uns nicht weiter drum und tanzten weiter im Kreis. Wir umarmten uns auch einmal kurz und guckten nach oben. Wir fanden es Cool, wie der Regen unsere Gesichter und Brillen nass macht. Irgendwann setzten wir uns wieder in die Schaukelstühle und schaukelten im Regen. "Weißt was Geil wäre?", fragte sie mich und ich so: "Nö!" "Wenn zwischen den Wänden jetzt eine Badewanne stehen würde, wo das Wasser hin geht!" Ich stellte es mir Bildlich vor und sagte: "Und wer soll sie dahin gebracht haben? Ist doch viel zu eng dahinter!" Sie: "Keine Ahnung, komm wir gucken nach!" Also ich weiß ja, dass da eine Treppe ganz nach oben geht, aber nach unten? Wir guckten nach. Da wo das Wasser abfloss, stand ein kleiner Schrank und darüber hing ein Bild. "Hm!", kam von ihr und: "Sieht aber komisch aus, der Rahmen!", und klopfte dran. "Der ist hohl!", bemerkte ich und sie so: "Da ist eine Tür hinter!" Ich: "Nee!" Sie: "Doch!" Ich: "Ein Portal zu einer anderen Welt!" Sie: "Spinn nicht rum, hilf mal!" Wir schoben den Schrank weg und nahmen das Bild. Obwohl das Bild ja an der Tür hing. "Öhm, kein Griff!", sagte sie und klopfte gegen die Tür. Ich, mit verstellter Stimme: "Herein!" Sie erschrak sich leicht und dann so: "Spinnst du man?" Ich lachte und fragte, was sie erwartet hat, was da kommt. Sie: "Menno, weiß ich doch nicht!" "Da ist ein Loch!", bemerkte ich und zeigte hin. Sie steckte ihren Zeigefinger rein und ich so, wieder mit verstellter Stimme: "Danke!" Sie erschrak sich wieder. "Hör doch mal auf man!", schnauzte sie mich an und zog den Finger raus. "Das Hörspiel war schon gruselig genug Mensch!", heulte sie fast und ich lachte nur. Sie steckte den Finger wieder rein und zog die Tür zu sich. Ich: "Huhuhuhu!" Sie: "Bist du jetzt ein Schlossgespenst?" Ich: "Och gerne!", und grinste breit. Sie: "Arsch!" Ich: "Angenehm, Loch!" Sie überlegte kurz und lachte etwas. "Wo hast das denn her?", fragte sie mich und ich so: "Was?" Sie: "Ach nichts!", und ging durch die Tür. Alles war dunkel und sie so: "Gib mal Handy her, brauch Licht!" Ich machte die Taschenlampe an und gab ihr mein Handy. "Da!", sagte sie und zeigte zu einem Vorhang. Sie zog ihn langsam zur Seite und dann so: "Eine Tür, na toll!" "Was macht ihr da oben, pinkelt ihr vom Dach?", schrie Mama Claudia uns zu. Wir: "Was?" Sie kam rauf und suchte uns. "Hier im geheimen Raum!", rief ich. Sie kam zu uns und fragte nochmal, was wir da machen. "Wir pinkeln doch nicht vom Dach, wie das denn?", sagte ich und Sophie so: "Sind doch keine Jungs!" Claudia: "Es regnet vom Dach!" Ich: "Ist manchmal so wenn es regnet!" Claudia: "Tut es aber nicht!" Wir: "Hä?" Wir machten dann die Tür auf und leuchteten rein. Sophie: "Da ist eine Treppe, nach unten!" Ich: "Dann geh!" Wir gingen alle runter und standen vor einer weiteren Tür. Auch wieder nur ein Loch zum öffnen. Diesmal fasste ich rein und zog die Tür zu uns. Sophie leuchtete und dann so: "Boah ist das eng hier!" Das war es wirklich und wir quetschten uns durch. Der kleine Gang ging kurz nach rechts. In den Ecken hingen Spinnenweben von der Decke. Zum Glück sah Sophie es nicht. Der Gang ging kurz wieder nach rechts und, wir standen erneut vor einer Tür mit nur einem Loch zum öffnen. "Mach du auf!", sagte Sophie zu Claudia und ich so: "Boah nee!" Weil sie stand hinter mir und der Gang war sehr eng. So viel Luft konnte ich gar nicht holen, um sie vorbei zu lassen. Ich kam aber auch nicht an Sophie vorbei, also musste sie selber öffnen und rein leuchten. Sophie steckte ihren Finger ins Loch der Tür und ich so: "Nun zieh schon!" Sie: "Ja, warte!", und ließ ein fahren. Claudia: "Die Luft ist hier schon eng genug Mensch!", und lachte. Die Tür ging knirschend auf und Sophie leuchtete rein. "Eine Badewanne!", schrie sie und: "Voller Spinnen und so!" Sie versuchte an mir vorbeizukommen und Claudia so: "Boah, drück doch nicht so!" Während Sophie sich raus schob, schob ich mich in den Miniraum, wo nur die Badewanne reinpasste. Dann machte Claudia das selbe und Sophie verschwand und schrie immer. Klar, sie hatte auch kein Licht mehr, weil das hatte ich jetzt. Sie schrie das halbe Turmzimmer zusammen und Claudia lachte nur. Ich leuchtete zur Badewanne hin und staunte nicht schlecht. Die war wirklich voll mit Spinnen und anderes Ungeziefer. Alles rannte durcheinander und überall im Raum hingen Spinnenweben. Das Wasser floss nur langsam ab. Wohin es floss, keine Ahnung. Wahrscheinlich nach unten irgendwie durch die Wand nach draußen, wo es dann so aussieht als ob es vom Dach regnet. Wir gruselten uns aber auch und gingen schnell den weg ins Turmzimmer zurück. Die Türen verschlossen wir überall wieder und stellten auch den Schrank wieder vor die Tür. "Boah war das gruselig!", sagte ich und Sophie so, die im Schaukelstuhl saß, mit verstellter Stimme: "Stell dich nicht so an!" Claudia zuckte voll zusammen, lachte und dann so: "Musst du grad sagen!" Ich: "Aber Echt Ey!" Claudia: "Oh, Eslem hier?" Ich: "Wo?" Alles lachte und ich so: "Menno!" Noch immer halb nass vom Regen der vom Dach kam, aber im inneren, gingen Sophie und ich nach unten und Claudia folgte uns. Unten angekommen, sagte jemand: "Na, gut gegruselt?" Wir drehten uns um und guckten Mama an, die mit Gehstützen vor dem Schlafzimmer stand. Sophie: "Zu viel, ja! Da geh ich nicht mehr rein!" Ich: "Schade!" Mama: "Was habt ihr gehört, dass ihr so geschwitzt habt?", und guckte uns von oben nach unten an. Ich: "Hat geregnet da drin!" Mama: "Ah ja, und das soll ich glauben?" Claudia: "Stimmt schon, war alles nass oben!" Mama: "Wie auch immer, ab ins Bett jetzt, Nacht ist kurz!" Sophie: "Zwei Minuten länger!" Mama: "Backs haben?" Sophie presste Luft in ihre Wangen und hielt sie zu Mama. Mama drückte drauf und Sophie spuckte alles raus. "Ferkel du, pass auf!", meckerte Mama. Hätte sie laufen können, wäre sie Sophie glaub ich hinterher. Claudia lachte nur. Sophie verschwand in ihrem Zimmer, Mamas gingen in ihres und ich guckte was meine Lüdde Wiebke (2,5) macht. Da sie Seelenruhig pennte, schlich ich mich wieder raus und zog mich im Bad um. Auf dem dunklen Flur kam mir Sophie entgegen und ich so: "Buh!" Sie, etwas lauter: "Menno!", und leise hinterher: "Du Arsch!" Ich: "Joa, ich hab ein!" Mama, aus ihrem Zimmer: "Geht ins Bett!" Wir: "Ja!" Ich, etwas lauter und schnell: "Schlaft gut!" Ich verschwand ins Bett und was die anderen noch machten, war mir egal. Weil ich nicht wirklich pennen konnte, wegen dem Hörspiel, nicht wegen dem Gang und so, schrieb ich dies Erlebnis schon mal auf. |