1000. Grund zum klimpern im Pool
(30.09.2025)
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Habe festgestellt, dass ich das
1000. Erlebnis hatte. Ohne die ersten 53, wo ich nicht bei Mama war. Die
ersten 53 sind ja von davor noch. Ist zwar jetzt nicht wirklich ein
Grund, aber irgendwie auch doch. Ich schmiss mich in Gummistiefel und Friesennerz, nahm meine Gitarre und rannte zum Pool runter. Dort machte ich die Leinwand an und suchte im Internet nach ein paar Liedern. Fand auch gleich ein passendes. Von Otto – Wir haben Grund zum feiern. Naja, das was er da alles aufzählt, trinke ich nicht wirklich, aber ich klimperte es auf meiner Gitarre und stieg langsam aber sicher die Stufen in den Pool. Meine Gummistiefel liefen voll Wasser und meine Jeanshose wurde langsam nass und nasser. Dann auch mein Friesennerz. Als mir das Wasser bis zum Gürtel in der Jeanshose reichte, war das Lied auch schon zu ende. „Hm!“, kam da von mir und wiederholte den Song. Als ich den Song zum dritten mal hörte, kam Mama Claudia rein und fragte was ich da eigentlich mache und was die Blödel-Musik soll. Ich lachte nur und machte die Musik leiser. „Seit wann stört dich das?“, fragte ich sie und sie so: „Mich nicht, aber mein Kollegen!“ „Oh!“, lachte ich und sagte: „Dann lass doch die Tür zu!“ Weil nur so konnte man draußen alles hören. Etwas später spielte ich wieder Songs von de Fofftig Penns und drehte halb durch. Irgendwann kam Sophie (15) von draußen rein und guckte mich komisch an. „Was machst du denn hier so alleine?“, fragte sie mich, als die Musik aus ging. Ich sagte es ihr und sie so: „Oh man bist du Doof!“ Ich lachte. Sie: „Willst du richtige Musik zu Werder hören?“ Ich: „Gibt es im Stadion!“ Sie: „Nee, warte!“, und rannte weg. Ich schwamm weiter umher und wartete. Dann kam sie zurück, lief am Rand hin und her und brabbelte irgendwas vor sich hin. "Wen oder was suchst?", fragte ich sie, nachdem ich die Musik von der Sitzecke aus, ausgeschaltet hatte. Ich rauchte dort eine. Sie: "Ach da bist du!" Ich lachte und fragte nochmal was sie sucht. "Ach weiß ich auch nicht, komm mit!", knurrte sie und ging weg. Ich folgte ihr. Im, öhm ja was ist das eigentlich für ein Raum? Da steht alles mögliche rum. Roller und Kettcar, Sophies Schlagzeug, ein Keyboard, Schubkarre und was weiß ich noch alles. Sie setzte sich ans Schlagzeug, drückte ein paar Knöpfe am Keyboard, klackte ihre Schläger zusammen und spielte drauf los. "Wow!", kam sofort von mir. Sie hatte bei Youtube neue Werder-Songs gefunden und spielte sie nach. Alles voll in Techno, Hammer. "Hier sind die Techno-Bässe von Werder Bremen!" sangen die und ich immer: "Wie geil ist das denn? Will mehr von!" Es dauerte nicht lange und Claudia kam zu uns. "Wat hier denn los?", fragte sie und nahm sich ihre E-Gitarre zur Hand. Die schloss sie an den Verstärker an, den Sophie schon an hatte und spielte mit. Sophie, freudestrahlend und ganz laut: "Von vorne, warte!" Dann lief alles von vorne und die beiden spielten als gäbe es kein Morgen mehr. Ich holte natürlich auch meine Gitarre her und spielte mit. Claudia immer: "Wir gehen richtig richtig richtig ab hier, wir sind am jubeln und am grölen!", und warf ihre Haare umher. Naja, so heftig wollt ich zwar nicht feiern, aber es ging genial ab. Und ich die ganze Zeit in mein nassen Klamotten. Aus mein Gummistiefeln kam immer wieder Wasser gespritzt. Leider waren es nur drei Lieder, aber dafür echt der Hammer. Claudia spielte noch Heavy Metal und Sophie gab ihr bestes am Schlagzeug. Die Haare von beiden sahen total zerzaust aus, oh man. Ich sprang wieder in den Pool zum schwimmen und etwas später hüpften auch Claudia und Sophie mit rein. Sophie in Jeanshose, Sneaker und Hoodie und Claudia in ihrer Arbeitskleidung (Zahntechnikerin, also weiße Hose, die durchsichtig wurde im Wasser und ein grauen Kittel über ihrem bunten T-Shirt). Wir drei schwammen aber auch nur kurz umher und kletterten am Rande wieder raus. "Hupala, drei Prothesen im Pool dala!", sang Claudia und Sophie so: "Wenn den, spielten Gitarre auf der Straße!" Ich: "Joa, drei Beinprothesen mit der Gitarre!" Sophie: "Ja, wie die drei Chinesen mit dem Kontrabass!" Claudia kratzte sich am Kopf und wuschelte sie durch. "Oh man, sind wir verrückt heute!" Ich: "Heute?", und lachte. Sie: "Immer!" Wir zogen uns im Wäscheraum um und verteilten uns im Haus. |