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Kurz in Schweden

(26. - 30.12.2025)
Wir wollten am zweiten Weihnachtstag eigentlich meine Tante in Dänemark besuchen. Da sie aber nach Schweden zu einer Freundin war, entschlossen wir uns mehr oder weniger kurzfristig dort hinzufahren. Naja, aus dem Fahren wurde nichts, weil da hätten wir wohl Tage gebraucht. Wir nahmen dann den Flieger und waren nach elf Stunden Flug dort. Laura hatte mal wieder keine Lust dazu und blieb allein zuhause. Zum Glück heißt sie nicht Kevin, lach! Und alleine war sie ja nicht wirklich. Meine Schwester Yvonne war ja auch noch da.

Am Flughafen wurden wir abgeholt und fuhren dann gemeinsam mit einem Leihwagen zu meiner Tante. Sie machte die Tür auf und guckte mich komisch an. "Dich kenne ich!" sagte sie und schritt zur Seite. Nach einer kurzen Begrüßung ging es in die gute Stube, wo viele andere saßen. Alle weiblichen in bunten langen Kleidern und die Jungen in Weihnachtsmann-Kostümen bzw. roten oder Weinroten Anzügen mit Krawatte und einem Weihnachtspullover. Es ging dann auch gleich zum Essen. Köttbullar (Fleischbällchen), Inlagd sill (Eingelegter Hering), Janssons frestelse (Kartoffelauflauf), Julmust (Limonade ohne Alkohol), Julskinka (Weihnachts-Schinken) und Ris á la Malta (Ein Reis-Dessert mit Mandarinen oder Blaubeeren). Alle hauten sich die Bäuche voll und quatschten durcheinander.

Nach einigen Stunden war dann nichts mehr da und man fragte uns, was wir noch so tun werden. Ich wusste es nicht genau und sagte, dass wir wohl in unseren Whirlpool steigen werden, so wie wir sind. "Okay!" hieß es da nur und wir verschwanden zu unserer Hütte, etwas weiter abseits der Stadt. In der Hütte gab es zwei große Kamine die mit Holz beheizt wurden und einer davon befand sich im großen Bad, wo auch der Whirlpool stand. Wir heizten den Ofen an, damit das Wasser warm wird. Meine Frau Claudia (31) und ich (Natalie (31)) packten in der Zeit ein paar Sachen aus und setzten uns aufs Sofa. Dann hörten wir Gebrülle aus dem Bad und grinsten uns an. Das Wasser schien den Kindern zu heiß zu sein, nahmen wir an.

Etwa eine Stunde später guckten wir mal nach. Sie saßen alle in ihrer guten Kleidung (Mädels in Strumpfhosen, Rock, Bluse, Weihnachtspullover und Lackschuhe und die Jungs in Anzug und Krawatte mit Schuhe im Whirlpool und lachten uns an. "Na, das klappt doch!" freute ich mich und stieg mit Strumpfhose, Kleid und Heels zu ihnen. Claudia zögerte noch. Wir tranken dann noch Kinderpunsch und eine Flasche vom Julmust, den wir mitbekommen hatten. Nach einer Stunde sind wir wieder raus und verteilten uns in die Zimmer. Naja, es waren nur zwei, eins für mich und Claudia und das andere mussten sich die Kinder teilen (in Etagenbetten).

Zwei Tage später, nachdem wir uns so einiges in Schweden ansahen, ging es nach dem Essen wieder in den vorgeheizten Whirlpool. Das Holz im Kamin brutzelte gut und wir saßen wieder alle in guter Kleidung im Wasser. Da sprang plötzlich die Tür auf und die Nachbarn kamen rein. Eine Frau: "Joa hier, macht mal Platz da für uns!" Sophie (15) guckte komisch und machte Platz. Tim (11) und die Zwillinge (7), die mit langen Hosen und Weihnachtspulli plus Steppjacke im Pool saßen, standen kurz auf und setzten sich wieder. Ich grinste nur. Wiebke (2,75), die Tochter von Laura setzte sich auf mein Schoß (Sie trug ein buntes Kleid, Schneehose, Pullover und weiße dickere Stiefel). Zwei der Frauen stiegen dann einfach mit langen breiten Kleidern (fast wie Dirndl) und mit Schuhen zu uns und dann stiegen auch zwei Mädchen mit weißen Kleidern, Lackschuhe und einem Adventskranz oder sowas ähnliches auf dem Kopf zu uns und setzten sich. Die Frauen lachten die beiden an und nahmen ihn den Kranz ab. Da es irgendwie eng wurde, stiegen Tim, Corinna und Natascha raus und verschwanden mit zwei kleineren ins Nebenzimmer. Sie haben sich mit Händen, Füßen und zum Teil auf Dänisch unterhalten, weil die beiden kein Deutsch können. Dann setzte sich auch ein Mann mit roten Anzug und Krawatte zu uns und fragte nach Bier. Claudia fragte seit wann man in Schweden Bier trinkt und der Mann dann: "Tuborg bitte!" Ich: "Öhm, das ist aber dänisches Bier!" Er: "Sabbel nich, dat geit!" Claudia: "Plattdeutsch kann er also auch noch!" Wir lachten alle und ich holte in nassen Sachen schnell das Bier, weil ich auch welches haben wollte.

Eine halbe Stunde später wurden wir dann endlich aufgeklärt, wer der Mann ist. Meine Tante kam und setzte sich gleich mit Jeanshose, Pullover, Steppmantel und dicken Stiefeln neben ihn und fragte, ob er uns aufgeklärt hat. Eine Nachbarin: "Die sind schon alt genug!" Meine Tante lachte und erklärte uns, dass es ihr neuer Freund ist, der vor einem Jahr nach Schweden ausgewandert ist und vor einem halben Jahr bei ihr in der Nähe in einem Restaurant war. Seit dem sind sie zusammen. Auch schön. Wir tranken noch weiter Bier und aßen Köttbullar und den Kartoffelauflauf, den eine Nachbarin mitbrachte.

Nach viel Schnacken sind wir alle raus und zogen uns um. Naja, wirklich was frisches gab es nicht für die Nachbarn. Die nassen Sachen wurden vor den Kamin gehängt und sich dann in nasser Unterwäsche ins Wohnzimmer vor den zweiten Kamin gesetzt. Auch da wurde wieder viel getrunken und gegessen, was ein anderer Nachbar mitbrachte und wieder viel geredet. Irgendwie scheint es da Mode zu sein, sich einfach ohne zu Fragen bei den Nachbarn einzuladen. Naja, wir fanden es schön und erfuhren so mehr über das Land und die Weihnachtsbräuche und so. Sie luden uns noch zu Silvester ein, aber das lehnten wir ab. Nachdem die Kleidung der Nachbarn trocken war, zogen sie sich wieder an und verschwanden. Wir dann auch und zwar in unsere Betten.

Bis zur Abreise war nichts mehr nasses, außer draußen im dicken Schnee.

Haben weit und breit keinen Zug gesehen, aber Ampel war rot.

Zum Glück zur anderen Seite gefegt.

Ein Bild von Sophie

Auch Tiere mögen Eis. Leckte uns die Straße frei, lach!

Schöne kleine Gassen, wie bei Pippi Langstrumpf.

 

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