Frühjahrsputz im Garten

(04.04.2026)

Ostern verbrachten Hannah (noch 13) und ich (25) allein zu Hause, mein Mann ist - angeblich mit Fußballkumpels, ich fürchte aber mit seiner vermutlichen Freundin (um die 30) - über die Feiertage in die Türkei in Urlaub geflogen. Ohne uns. Auch Hannahs Freundinnen und Freunde hatten über Ostern keine Zeit für sie und meine Bekannte Larissa (21) ist zu ihren Eltern nach Sachsen-Anhalt gefahren über Ostern. Da ja Hannah am Ostermontag in ihren Geburtstag (Dienstag) reinfeiern will (zu dem Thomas dann auch nicht da sein wird, was Hannah sehr verletzt hat), nutzten sie und ich das Osterwochenende um Haus und Grundstück mal wieder rundum in Form zu bringen. Neben dem dringend notwendigen großen Hausputz machten wir auch klar Schiff im Garten. Das nutzte Hannah natürlich gleich, um auch unser Schlammloch (ein kleines mit Teichfolie ausgelegtes und mit Erde gefülltes Becken) wieder flott zu machen. Sie sammelte, während ich unsere Büsche und Hecken in Form brachte, von dem halbwegs trockenen Becken Laub und Zweige ab und wenig später hatte sie auch schon einen Gartenschlauch ins Becken gelegt um Wasser einzulassen. Ich schnitt weiter Sträucher und - wie nicht anders zu erwarten - stand Hannah bald mit ihrer alten grauen Jogginghose, ihrem schon recht verschlissenen schwarzen Wednesday-Hoodie und ihren ausgetretenen Turnschuhen bis zu den Knien im flüssigen Schlamm. Ich jagte noch die abgeschnittenen Äste und Zweige durch unseren Gartenhäcksler (Ostersamstag darf man ja) und schaute ihr zu, wie sie sich dann irgendwann im Schlamm langmachte, Nur ihr Kopf schaute aus dem Schlamm heraus und sie fragte, ob sie eine Zigarette haben dürfte. Ich brachte sie ihr und weil ihre Hände im Schlamm steckten, steckte ich sie ihr auch in den Mund und zündete sie an. So lag Hannah da und paffte, während ich fertig häckselte. Als ich fertig war und den Häcksler in den Schuppen geschoben hatte, rief sie "komm rein". Ich zögerte wegen der Temperaturen, stieg dann aber doch mit Garten-Clogs, einer alten Sportleggins, T-Shirt und dünner Jacke zu ihr. Sie hatte warmes Wasser genommen und so war es echt angenehm, ich hatte das ja lange schon nicht gemacht. Schlamm ist nochmal was anderes als Wasser. Schönes Gefühl einfach, wie er da so mitsamt der Kleidung über die Haut glibbert, wenn du drin bist. Hannah war auch total entspannt und happy und brachte mich zu Tränen, als sie sich ankuschelte und meinte wie sehr sie es schätzt, dass ich immer für sie da bin. Gerade weil sie so von meinem Mann, der ja auch ihr Adoptivpapa ist, enttäuscht ist. Ich tröstete sie als sie deswegen traurig wurde und sie bat mich, ihr die Haare schön einzuschlammen, was ich natürlich gern machte. Irgendwie drollig: Sie geht nicht mehr ungeschminkt aus dem Haus, liebt es aber noch immer, sich so dreckig zu machen wie möglich. Als es uns kalt wurde stiegen wir aus dem Schlamm (Hannahs schlammiger Hoodie dehnte sich fast bis zu ihren Knien und die Ärmel reichten über die Hände weg, das Bild von Wednesday war nicht mehr zu sehen) und duschten uns mit dem Schlauch grob ab, rannten dann ins Bad und duschten noch warm und wuschen uns sauber. Nur in Handtücher gewickelt bestellten wir uns Pizza zum Abendessen und kuschelten uns vor den Fernseher, schauten "Das perfekte Geheimnis" im Ersten. 

Zurück zur Hauptseite

Free Counter