(07.04.2026)
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Letzter Ferientag und mein Verlobter Sverre (17) wollte mit mir (Laura,
17) eine kleine Bootstour unternehmen. Da ich lange nicht mehr auf dem
Fluss war, sagte ich zu. Er wollte gerne mal ins Teufelsmoor. Da war ich
zwar schon öfters, aber gut. Wir packten am späten Nachmittag unsere
sieben Sachen, schnappten uns ein sauberes und funktionstüchtiges Boot
aus unserer Sammlung zwischen Carport und Wohnwagen, und zogen los. Am
Hafen ließen wir das Paddelboot ins Wasser und setzten uns rein.
Wirklich warm war es nicht, aber wir werden uns schon warm paddeln, so
dachten wir. Wir hatten aber auch unsere dickeren Steppjacken an und
noch Leggins unter der Jeanshose. Von der Lesum ging es in die Hamme, wo wir bzw. ich wieder viel erkannte und ihm so einiges sagen konnte. Fand er irgendwie nicht so schön, weil er sich im Internet schon schlau gemacht hatte. Das fand ich wiederrum nicht so gut, weil man muss alles frei erleben und nicht vorher im Netz schon. Naja, durch und an Brücken vorbei, an zwei Cafés vorbei, sind wir dann in die Beek eingebogen, wo es irgendwie schlammig vorwärts ging. Wir waren doch sehr wackelig dort unterwegs und kamen kaum voran. Irgendwo wackelte er richtig blöd rum und ich konnte nur noch zusehen, wie mein schöner Rucksack (T131 - Satch) von Bord fiel. Er lachte blöd und versuchte ihn mit dem Paddel wieder an Bord zu ziehen. Ich meckerte und verlangte von ihm, dass er ins Wasser geht, um ihn zu holen. Wollte er aber nicht und so versuchten wir es beide mit dem Paddel. Es klappte auch. Auf dem Rückweg wurde es langsam dunkel und er versuchte mir immer Angst zu machen. Er meinte in der ferne ein Horrorexpress gesehen zu haben und meinte, dass er uns holen kommt. Es zog auch Nebel auf. "Das ist wenn denn der Moorexpress, und der fährt heute bestimmt nicht hier durch!", schnaufte ich. Dann fuhr er an dicken Wurzeln ran und sagte immer, dass es gruselige Arme eines Monsters wären. Als nächstes meinte er, das ein Geist oder ein Kormoran im Schilf steckt. Bei dem einen Café konnte ich nicht mehr und steuerte auf den Steg zu. Ich stieg aus, meckerte ihn an und lief am Rand entlang. Das ich mit mein braunen Lederstiefeln im Schlamm rumlief war mir egal. Er lief mir hinterher und sagte, dass die Gespenster kein Ketchup an der Latzhose mögen und lachte blöd rum. "Was redest du denn da, hör mal auf jetzt!", fauchte ich. "Mach mal Licht, ich seh ja nix!", fügte ich noch an, weil es immer dunkler wurde. Fand er natürlich lustig und rückte mit dem nächsten Scherz raus. Leicht genervt von ihm, ging ich zum Boot zurück und stieß ab, ohne ihn mitzunehmen. "Hey, warte doch!", stöhnte er und ging einfach ins Wasser. Bis über den Knien war er drin und kletterte dann ins Boot. "Was machst du denn, willst mich hier alleine lassen?", knurrte er und ich so: "Angst oder was?" Dazu sagte er nichts und nahm das Paddel. Nach nur ein paar Zügen legte er es wieder zur Seite und kramte in seinem Rucksack (T148 - Deuter). Dann zischte eine Dose Bier und ich so: "Boah, keine Flaschen mehr gehabt, die passen doch besser zu dir!", und grinste etwas. Da schüttelte er es und spritzte meine silber Steppjacke voll. "Du bist 'n Arsch!", sagte ich und paddelte weiter. Nach dem Bier fiel ihm plötzlich ein, dass er mich liebt und kam zu mir rüber. Weil es im Boot aber zu eng war, gingen wir an Land. Naja, wir kletterten aus dem Boot, standen beide bis zu den Knien im kalten Wasser und krochen durch den Schilf an Land. Dort knutschten wir eine ganze Weile, bis mir mein rechter Fuß fror. Wir gingen also zurück zum Boot und kletterten rein. Gab ja eine Vorrichtung dafür, lool. Im Boot guckte er mich schief an und ich so: "Ist was?" Er, etwas nachdenklich: "Moment mal, dein rechter Fuß kann gar nicht frieren!" Ich grinste voll breit und er so: "Bist ´n Arsch!" Ich: "Schön, dann sind wir ja Quitt!" Beinprothesenfüße können ja nicht frieren, lach! Dann nahm er sich ein zweites Bier und gab mir auch eins. Er legte auch eine Decke über meine Beine, wie auch bei sich selber. Irgendwie kamen wir aber nicht wirklich weiter, weil wir immer wieder anstießen und lachten. dann sah ich im Feld etwas komisches und kroch zu ihm rüber. Er: "Bleib Cool man, da ist nichts!" Ich, etwas ängstlich: "Doch da, ein Gespenst!" Dann sah ich im Mondlicht sein schatten und erschrak mich richtig heftig. Er lachte und sagte: "Keep Cool man!" Nach kurzer Zeit fing er an zu singen: "Ist das ein Gespenst oder nur mein Schatten im Mondlicht, mach mal Licht - ich seh ja nix!" Ich streckte leicht meine Zunge raus und guckte ihn komisch an. Dann fuhr ein Radfahrer an uns vorbei und rief: "Moin!" Da erschrak er sich und fragte mich, was das für eine Silhouetten Gestalt war. Ich sang sein Text weiter: "Mach mal Licht, ich seh ja nix. Vielleicht nur ein Bier zuviel, vielleicht auch Echt!" Er guckte mich Doof an und paddelte weiter. Dabei schwankte er wieder und schwupp, da lag sein Rucksack im Wasser. Er: "Ach Menno, was machst du denn?" Ich sang: "Vielleicht doch nur ein Bier zuviel, vielleicht warst du es, aber echt!" Er: "Mach mal Licht, ich seh ja nix!" Ich lachte und machte meine Handylampe an. Er schnappte sich sein Rucksack und meckerte. Endlich wieder am Hafen angekommen, leicht durchgefroren und genervt, setzte er sich auf eine Bank und öffnete ein weiteres Bier. "Frierst du nicht, fragte ich ihn und er so: "Hoffe du wärmst mich gleich!" Ich: "Nix da, ich bring dich jetzt zu dir!" Da guckte er mich richtig leer an und fragte: "Willst mich loswerden?" "Wenn du mich so fragst, ja!", konterte ich und er so: "Bist ´n Arsch!" Ich: "Och, ich hab ein, aber bin keins, wie Du!" Er schnaufte und dann so: "Mensch Ey, lass das mal!" Von irgendwo kam ein Echo und wir guckten hin. Dann sahen wir Eslem (17) und lachten. Sie: "Was habt ihr gemacht, wo kommt ihr her?" "Waren im Teufelsmoor, ein saufen!", grinste Svenn und sie so: "Nee, da ist mir das zu kalt!" Zusammen gingen wir noch kurz zu mir und er dann: "Jetzt bin ich ja hier, oder?" Ich: "Ja, hast aber auch zwei Beine zum laufen!" Er: "Hast ja recht, hab meine Schulsachen gar nicht hier!" "Genau!", grinste ich leise. Er zog sich noch frische Socken und Schuhe an und ging zu sich nach Hause. Ich knuddelte noch eine Runde mit meiner Lüdden Fenja (3) und pennte schnell ein. |