Fußball gucken mit Wiebke

(28.02.2026)

Da ich noch immer erkältet bin und meine halbe Familie mit angesteckt habe, guckte ich (Laura, 17) mit meiner Tochter Wiebke (fast 3) das Fußballspiel zuhause, statt im Stadion. Mein Schatzi Sverre ist ins Stadion mit Vanessa (18). Die Tomate hätte auch bis nach ihrem Geburtstag mit dem Umzug warten können, denn jetzt hat sie den Führerschein und ein eigenes Auto, mit dem sie zum Stadion sind. Naja, Meine Geschwister Sophie und Lukas (15) hatte ich ja angesteckt und so guckten sie bei mir mit Fußball. Mit vielen Packungen Taschentücher und zwei großen Kannen Erkältungstee, machten wir uns auf dem Sofa breit und stopften uns Chips rein, die uns allen nicht wirklich schmeckten, wegen dem Tee.

Das Spiel begann und wie immer, passierte nicht viel. War gerade am Nase putzen, da fiel ein Tor und Sophie jubelte. Wiebke, die wir eigentlich oben in ihrem Bett vermuteten, weil sie auch stark erkältet ist, rief plötzlich von oben: "Abseits!", und hielt eine Werder-Fahne über uns. Wir lachten und Lukas so: "Nix da, TOOOR!" Sie: "Abseits!" Und so war es dann auch, wie sich noch raustellen sollte. "Wo hat die das denn gesehen?", knurrte Sophie kurz darauf und ich zuckte mit der Schulter. Dann wurde es spannend, aber der Ball rollte nicht ins Tor, sondern daneben. Wiebke: "Daneben!", und hustete kräftig. Sie lag oben auf der obersten Stufe und lugte zwischen den Brettern zum Fernseher hin. Wir lachten und dann wieder: "Daneben!" Diesmal jubelte sie und rutschte die Treppen runter. Unten stand meine Tasse Tee, die sie umwarf und lachte. Sie tanzte durchs Zimmer und wedelte mit ihrer Werder-Fahne rum. Lukas: "Ich zieh ihr mal eben das Trikot an!" Ich grinste nur. Da Wiebke ja im Verein ist, hat sie natürlich eigene Sachen und die wollte sie dann auch an haben.

Mit ihrem Werder-Dress stand sie später vor dem Fernseher und spielte wackelnd mit. "Menno!" "Pfosten!" "Vorbei!" "Blödi!", kam von ihr und wir bekamen uns kaum noch ein vor lachen. Dann schoss der Gegner ans Außennetz und sie jubelte: "Außen, Yeah!" Dabei drehte sie sich und kippte eine Kanne Tee um, die noch voll war. So schnell konnten wir sie nicht auffangen und alles lief auf den Boden. "Ja nee!", knurrte ich. Sophie: "Menno, lass das mal, setz dich endlich hin man!" Dann fiel das erste Tor für Bremen und wir jubelten alle. Danach schrieb ich Mama, dass wir neuen Tee brauchen und was zu futtern. Sie brauchte ja nicht arbeiten, weil sie wieder streikten. Wiebke konnte einfach nicht still sitzen bleiben und rannte immer wieder rum. "Daneben!", lachte sie, weil die Gegner das Tor nicht trafen und winkte kräftig mit ihrer Fahne rum. Wir waren schon etwas genervt davon, aber ließen sie machen. Fast kurz vor Schluss, nach einer langen Nachspielzeit, wir wollten schon aufräumen und gucken was wir als nächstes sehen wollen, da jubelte Wiebke heftig. "DANKE!", schrie sie und bekam halb die Tür an Kopf, wo Mama gerade unseren Tee reinbrachte. Die Kanne mit dem Tee und zwei Tassen mit O-Saft fielen sofort auf den Boden und zerbrachen in tausend Teile. Abrupt blieb Wiebke stehen  und guckte ihre Oma erschrocken an. Ich war innerlich voll am lachen und bewegte mein Kopf, um nicht laut loszulachen. Mama: "Na, kleine kranke Rabauken gehören aber ins Bett hier!" Dann guckte sie zum Fernseher und sagte, dass wir ihn mal richtig rum stellen sollen. Lukas: "Nee, Werder hat wirklich gewonnen, die Zahlen sind richtig rum!" Sophie wischte schnell alles auf und Wiebke tanzte wieder wie blöd durchs Zimmer, als wäre nichts passiert.

Beim raufgehen in ihr Bett, stolperte sie etwas und warf die volle Gießkanne um, die ich da für die Blumen hingestellt hatte. Da rastete ich halb aus und schnauzte: "Was denn noch alles, lass doch mal das Wasser überall stehen!" Keiner sagte mehr was und Wiebke bewegte ihre Lippen komisch. Lukas: "Drei, zwei, eins!" Wiebke fing an zu heulen und vergrub sich in ihr Bett. Ich: "Ach Menno, ist doch wahr!", stand auf und ging zu ihr. Ich versuchte sie zu kitzeln, aber sie wollte nicht. "Magst mich nicht!", heute sie. "Stimmt doch gar nicht, komm her Süße. Mama ist Doof, die meinte das nicht so!" Sie blockte und zappelte jedes Mal, wenn ich sie berührte. "Fress dich gleich auf du!", sagte ich irgendwann und sie so: "Nee, will nicht, geh weg!" Ich: "Okay, dann nimmt dich aber heute niemand mehr in Arm!" Sie: "Doch!" und guckte unter der Decke hervor. "Wirklich?", fragte ich und sie kam raus und umarmte mich. "War keine Absicht, war mit mein Fuß!", sagte sie trocken und ich lachte. Mit voller Nase und etwas husten hörte ich mich da an wie Ernie (aus der Sesamstraße), wenn er lacht. Weil sie mich fest umarmte, bat ich sie locker zu lassen und ich suchte nach Taschentücher, die mir dann Sophie rauf warf.

Weil dann auch noch Lukas sein Glas umwarf, sagte ich etwas lauter: "Alles bleibt wo er sie es ist, nichts bewegt sich!" Wiebke ging gerade die Treppe runter und blieb wie angewurzelt stehen. Ich grinste und sagte: "Brav!" Obwohl es mir nicht so wirklich gut ging, wischte ich alles auf. Um mein Schreibtisch rum, vor der Tür, vor dem Fernseher und die Stufen zu Wiebke rauf. Mit nassen Socken setzte ich mich wieder aufs Sofa und Wiebke so: "Darf ich jetzt weiter Mama?" Sie stand noch immer wie angewurzelt da und alles lachte. "Komm her!", grinste ich und sie kuschelte sich an mich ran. Zusammen mit Sophie, guckten wir ein Märchenfilm und alles war wieder ruhig.

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