Wie tief ist der eigentlich?
(26.09.2025)
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Am Nachmittag fuhren Eslem, Sarah und ich (Laura), alle 16, mit unseren
Rollern an die Wümme. In der Nähe soll unser neuer Lehrer wohnen und wir
waren neugierig. Irgendwo stellten wir die Roller ab und schlossen sie
an einem Zaun fest. Der Fluss plätscherte langsam vor sich hin und wir
folgten ihm. "Aber nicht so weit, sonst sind wir gleich wieder bei
dir!", sagte Essi. Womit sie nur bedingt Recht hatte. Egal! Irgendwo fragte Sarah uns, wie tief die Wümme wohl ist und ging näher ran. Essi: "Lag ich schon drin, nicht tief!" "Hm!", kam da von Sarah. Sie kroch weiter den Abhang runter und ich so: "Pass auf!" Sie: "Wieso, willst mich rein schubsen?" Ich: "Mein ja nur!" Sie trägt wie ich eine Beinprothese und ich dachte sie knickt ein oder so und landet im Wasser. "Da kann man ja auf den Grund gucken!", sagte sie und Essi so: "Sag ich doch, nicht tief!" Ohne weiter was zu sagen, ging Sarah mit ihren Lederstiefeln und Jeanshose ins Wasser und wir so: "Irre?" Sie: "Ist doch nicht tief?" Essi: "Aber bestimmt voll kalt!" Während Essi und ich oben am Ufer entlang liefen, blieb Sarah im Wasser und lief dort weiter. "Die ist doch Irre!", meinte Essi leise so zu mir und ich so: "Im Brunnen bestimmt nicht wärmer, oder?" Sie lachte kurz und dann stolperte Sarah und legte sich lang. Wir: "Oh nein, Scheiße!" Sie lachte aber und blieb liegen. Ihre blaue Steppjacke wurde immer dunkler oben. "Ganz schön stark die Strömung hier!", merkte sie an und weitete ihre Arme aus. Die wurden vom Wasser fast von alleine nach hinten geschoben. "Wird dir nicht kalt, sag mal?", fragte ich sie und sie so: "Nö!", und lachte. Dann stand sie auf und lief im Fluss weiter. Aber wieder zurück zu unseren Rollern. Langsam stieg sie aus dem Fluss und stolperte mehr oder weniger zum Roller. Sie zitterte nicht, aber ihre Hände sahen sehr rot aus. Bei jeden Schritt plätscherte Wasser aus dem Stiefel. Sie stieg auf den Roller und fuhr in Richtung Lehrer weiter. Wir: "Irre? Wir fahren jetzt wieder nach Hause man!" Sie: "Wozu?" Wir guckten uns an und fragten sie, ob sie sie noch alle hat. Ich mein, bei fast fünfzehn Grad draußen, da lag sie im Wasser und friert nicht? Sie lachte drauf los und erklärte uns dann, dass sie ein Neoprenanzug drunter hat. Sie schob nur ihre Ärmel kurz hoch und wir sahen ihn. Deswegen ging sie auch noch komischer als sonst. Das fiel mir schon bei uns zuhause auf. Trotz allem sind wir dann aber nach Hause gefahren, weil sie hatte ja nasse Klamotten an. So kann sie nicht beim Lehrer auftauchen. Womal wir ihn eh nicht besucht hätten. Zuhause zog sie sich Sachen von mir an und fuhr wieder nach Hause. "Weswegen kam sie jetzt mit?", fragte mich Essi im Zimmer. Ich: "Weil sie sich nass machen wollte?!" Essi: "Glaub ich auch!" Ich: "Hätte sie hier auch anders haben können!" Essi: "Vielleicht darf sie nicht mit Prothese rein, so wie du?" Ich: "Könnte sein!" Da meine Lüdde noch bei Oma (meiner Mama) unten war, legte ich eine CD rein und wir hörten laute Musik. |