Eingepinkelt im Bus
(09.01.2026)
| Ich begann mein Dienst und irgendwann kam der
dicke Schnee. Die Straßen wurden immer schlimmer und ich kam kaum noch
voran. Über Funk sagte ich bescheid, dass ich mich mächtig Verspäten
werde und im Stau stehe. "Alles gut, solange du noch fahren kannst!"
hieß es und ich verzog mein Gesicht. Die Sicht wurde auch immer
schlechter und ich musste dringend wohin. Ein Mann hätte da jetzt
vielleicht eine Flasche in seine Hose gesteckt, aber was sollte ich tun.
Hatte auch nicht wirklich damit gerechnet, dass hier so viel Schnee
runter kommt. Sonst hätte ich ja eine Windel von Lauras Lüdden
umgebunden, lach. Kam dann irgendwann am Endpunkt an, aber musste auch gleich wieder los, damit die Verspätung nicht noch größer wird und ein Bus ausfällt. Naja, sowas bin ich schon gewohnt, also fuhr ich gleich weiter, nachdem die Fahrgäste ausgetauscht waren. Also alte raus und neue rein, hihi. Dann stand ich wieder im Stau, weil jemand meinte auf Sommerreifen zu fahren. Wieso kapiert das niemand? Von O bis O auf Winterreifen, also von Oktober bis Ostern und das immer in der Zeit. Langsam aber sicher kamen wir weiter und dann stieg ein Mann ein der etwas genervt schien. "Erst kommen sie zu früh und dann schleichen sie auch noch!" knurrte er und ich grinste mir ein. Ich hatte fast zwölf Minuten Verspätung gehabt und war seiner Meinung nach also drei Minuten zu früh (Fünfzehn Minuten Takt). Was ja eben nicht stimmte. Die Minuten liefen davon und die Verspätung wurde größer. Der Mann guckte immer aus dem Fenster und meckerte leise vor sich hin. Nachdem ich für nur zwei Haltestellen knappe zehn Minuten brauchte, meinte er: "Kann die blöde Lesbe da vorne nicht mal schneller fahren?" Ich kratzte mich kurz und grinste. Eine Frau zum Mann: "Gucken Sie sich doch mal um, wie soll das gehen?" Kurze Zeit später sagte er es nochmal und etwas lauter. Ich drehte mich um und fragte: "Wollen Sie aussteigen und fragen gehen, vielleicht wird sie dann ja schneller vor mir!" Wusste zwar nicht wer im Wagen vor mir saß, aber war ja auch egal. Er: "Sie meinte ich, geben sie doch mal Gas!" Das machte ich auch und der Motor heulte auf. Er, voll auf hundertachtzig: "Ja, sehr witzig!" und übergab sich halb. "Kommt davon wenn man Leute beschimpft!" sagte ein anderer Fahrgast. Ich lachte nur. Eine Station später wollte er aussteigen, damit er zu Fuß weiter kann. Ich machte die Tür auf und wünschte ihm noch ein schönen Tag. Er: "Ja, vielleicht sind die anderen ja pünktlicher!" Ich, mit etwas lachen: "Die können auch nicht fliegen!" und machte die Tür wieder zu. Die eine Frau kam nach vorne und redete mit mir. Sie fand es gut, dass ich so locker geblieben bin. Ein anderer Mann kam nicht drüber weg, dass ich das mit dem Fliegen sagte. Eine andere: "Ja, wie soll der Bus denn fliegen können, das wäre ja mal was!" Das Gespräch war gefunden und wir unterhielten uns noch bis zum Endpunkt. Da musste ich allerdings den Bus abstellen und den Dienst beenden. Es war kein Vorankommen mehr möglich bei dem Wetter. Als alle ausgestiegen waren, holte ich tief Luft und freute mich, dass niemand gemerkt hatte dass ich mir in die Hose gemacht hab. Es kam nicht gerade wenig aus mir raus. Da aber die Fahrgäste die vorne einstiegen, ihre Matschschuhe an mir vorbei ab trampelten, also ihre Schuhe abklopften, lag genug Dreck und Schnee und so weiter auf dem Boden, dass mein Urin kaum auffiel, wenn er denn da lang ist. Der Sitz war zwar auch nass, aber da ja eh niemand mehr mit fahren konnte, blieb es unbemerkt. Ich sollte nach einer Pause von fünfzehn Minuten den Bus auch zum Depot bringen und abstellen. Tja, aber von da aus kam ich nicht mehr wirklich nach Hause und rief Claudia an. Sie kam auch knapp zwei Stunden später und holte mich ab. In der Zwischenzeit hab ich Innendienst geschoben und Anrufer getröstet, die mit dem Bus fahren wollten. Warum auch immer die dort anrufen und nicht im Service. Zuhause, weil es auch hieß dass ich morgen nicht fahren muss, legte ich mich mit meiner Dienstkleidung in die Badewanne und entspannte mich. Mit frischer Kleidung machte ich dann mit unsere Haushaltshilfe das Essen. |